Tag 324 – Schachalltag


Schade – London und Sao Paulo haben richtig Spass gemacht und werden (hoffentlich) nachgeholt, aber Morgen beginnt auch unser ‚bescheidener Verbandsliga-Alltag‘. 😉

Da wartet mit Sundern direkt eine ebenso schwere, wie auch unkalkulierbare Aufgabe auf uns – so ist z.B. an Brett 1 von 2100 – 2400 DWZ und von ‚titellos‘ bis IM alles möglich…

Und damit ich Morgen nicht ganz so dumm dastehe, werde ich heute wohl noch einmal ‚tief in die Bücher‘ blicken (müssen)… 😉

In diesem Sinne…

Tag 323 – London (VI)


So – heute also anders herum – da in Sao Paulo ein Ruhetag eingelegt wurde, volle Konzentration auf die sechste Runde beim FIDE Grand Prix in London.

Die Protagonisten zeigen sich gut erholt und in Kampfeslaune – drei entschiedene Partien, das ist neuer Rekord! 😉

6.Runde:

Leko – Giri remis
Eigentlich fängt die Begegnung, wegen der ‚heterogenen Rochaden‘, ja recht spannend an – doch die ‚Kurve‘ flacht schnell wieder ab… – und nach dem Leko den gegnerischen Freibauern, Giri’s einzigen Trumpf, zuverlässig blockiert hat, reicht man sich friedlich die Hände.

Gelfand – Ivanchuk remis
Ungewöhnlich auf so hohem Niveau, denn bereits mit dem 7. Zug von Gelfand, einem interessanten Bauernopfer, begeben sich die Kontrahenten aufs ‚Neuland‘. Das erfordert eine Menge Energie und Zeit, die bereits nach 25 Zügen verbraucht ist – somit Remis durch Stellungswiederholung.

Grischuk – Adams remis
Etwas länger duellieren sich Grischuk und Adams. In einem zunächst ruhigen ‚Spanier‘ verschärft Adams plötzlich das Tempo, bringt ein Bauernopfer, erhält aber als Kompensation ein schönes Läuferpaar. Grischuks optisch ansehnlicher Freibauer wird stets sicher kontrolliert, so dass sich ‚alles‘ nach mehrfachen ‚Tauschaktionen‘ in ‚Wohlgefallen‘ auflöst.

Kasimdzhanov – Mamedyarov 0-1
Irgendwie ein ‚Spiel auf ein Tor‘ – nun man siehe selbst…

Nakamura – Wang 0-1
Ein ungewohnt passiv agierender Hikaru Nakamura, der nie einen rechten Zugang zu seiner Stellung zu bekommen scheint…

Topalov – Dominguez 1-0
‚Er‘ kann’s also doch noch! 😉
Mit einer ausgezeichneten Endspielleistung meldet sich Veselin Topalov eindrucksvoll zurück.

Tag 322 – Sao Paulo (III)

Da in London ein Ruhetag eingelegt wurde, geht’s direkt nach Sao Paulo zur dritten Runde des Grand Slams.

3.Runde:

Aronian – Vallejo remis
Eine starke Leistung des Spaniers Francisco Vallejo! Nicht nur, dass der klare Außenseiter im Teilnehmerfeld den Anzugsvorteil Aronians schnell neutralisiert – nein, er entwickelt sogar eine leichte Initiative, die letztlich aber nicht zum Sieg ausreicht.

Carlsen – Karjakin remis
Die Parallelen zur ersten Begegnung Magnus Carlsens, seiner unglücklichen Niederlage gegen Caruana, sind unverkennbar. Wieder müht sich Carlsen eine ‚halbe Ewigkeit‘, um aus einer Remisstellung irgend etwas herauszuquetschen – ohne Erfolg. Ja, am Ende wäre es beinahe erneut schief gegangen…

Caruana – Anand remis
Fabiano Caruana präsentiert sich weiter in bestechender Form und setzt dem Weltmeister mächtig zu. Am Rande der  Niederlage ’schwebend‘, hilft Anand letztlich nur ‚ein kleines Wunder‘, um doch noch ins Remis zu entschlüpfen.

 

Tag 321 – Von London (V) nach Sao Paulo (II)

Weiter geht’s mit dem’Tandem der Superturniere‘ – zunächst wieder nach London und zur fünften Runde des FIDE Grand Prix – wobei der heutige Ruhetag  deutlich seine Schatten vorauswirft, denn die Partien enden allesamt remis. 😉

5.Runde:

Adams – Giri remis
Hm, man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, ob hier nicht ‚Zwei‘ einen verlängerten ‚Ruhetag‘ einlegen möchten 😉  – Kahlschlag bis zum ‚unausweichlichen‘ Remisschluß.

Mamedyarov – Gelfand remis
Tja, die Kontrahenten scheinen den ‚Vorgenannten‘ nacheifern zu wollen – die 30 Züge werden soeben noch mit Material auf dem Brett erreicht und friedlich mit dem ‚Pausentee begossen‘. Ok, wenigstens ’streuen‘ sie zur ‚allgemeinen Belustigung‘ ein kleines, taktisches Intermezzo ein.  😉

Wang – Kasimdzhanov remis
Sorry, wenn ich mich wiederhole, denn auch hier wird ‚radikal abgeholzt‘ und die Partie endet in einem ‚toten‘ Damenendspiel.

Ivanchuk – Grischuk remis
Es kommt nur kurzfristig so etwas wie Spannung auf, als Grischuk ein Qualitätsopfer anbietet – dies schlägt Ivanchuk aus und forciert eine Stellungswiederholung.

Topalov – Leko remis
Deutlich kämpferischer präsentiert sich Veselin Topalov, der mit einem Opferangriff Peter Leko zu Leibe rückt. Doch Leko bestätigt einmal mehr seinen Ruf als Verteidigungskünstler (was las ich da zutreffend im Chat: Leko – ‚The Equalizer‘ 😉 ) und wehrt den Angriff ab. Anschließend muss sich Topalov mit einer Qualität weniger noch mächtig ’strecken‘, um das Remis zu sichern.

Dominguez – Nakamura remis
Eine ‚lange Sitzung‘ legen Dominguez und Nakamura ein, wobei Letzterer stets am Rande des Abgrundes wandelt, da er unvorsichtigerweise seinen Läufer einsperrt und somit praktisch 40 Züge lang mit einer Figur weniger spielt. Doch trotz aller Mühen, gelingt es Dominguez nicht diesen Umstand auszunutzen und willigt letztlich ins Remis ein.

Hier also der Zwischenstand nach 5 Runden:

 

Und nun zur zweiten Runde des Grand Slam von Sao Paulo und Bilbao.

 

2.Runde:

Anand – Aronian remis
Ein ‚blutleeres‘ Remis, das wohl dem großen, gegenseitigen Respekt geschuldet ist.

Vallejo – Carlsen 0-1
Das ist Magnus Carlsen! So manch einen hätte die deprimierende Vorrundenniederlage ‚gebrochen‘, nicht so aber Magnus Carlsen. Mit seinem unerschütterlichen Selbstvertrauen erringt er einen ‚leichtfüßigen‘ Schwarzsieg.

Karjakin – Caruana 0-1
Dahingegen ist Sergei Karjakin nach seinem gestrigen vernichtenden Verlust deutlich angeschlagen, bekommt auch gegen Fabiano Caruana kein Bein auf den Boden und kassiert seine zweite Niederlage. Aber man kann es auch anders ausdrücken – Caruana brennt ein regelrechtes ‚Feuerwerk‘ ab – also, zurücklehnen und genießen! 🙂

Tag 320 – Von London (IV) nach Sao Paulo (I)


So – jetzt hat auch der ‚Grand Slam von Sao Paulo und Bilbao‘ begonnen. Und das so richtig spektakulär, doch dazu später mehr.

 

Kommen wir zunächst aber zur vierten Runde des FIDE Grand Prix in London.

4.Runde:

Giri – Ivanchuk remis
Die Kontrahenten ‚toben‘ sich ‚kurz taktisch‘ in einem ‚Grünfeld-Inder‘ aus – nachdem sich die ‚Aufregung‘ gelegt hat, folgt alsbald der Friedensschluß durch Stellungswiederholung.

Leko – Adams remis
Ok, das ist jetzt vielleicht ein wenig gemein – aber wenn eine Partie remis ausgeht, dann doch gewiß diese, oder!? 😉 Zwar steht Adams durchweg ‚optisch‘ besser, aber etwas wirklich ‚Greifbares‘ kann er nie erreichen.

Nakamura – Topalov remis
Wer hier ein taktisches ‚Feuerwerk‘ erwartet hatte, wird leider enttäuscht – nicht weiter erwähnenswert.

Kasimdzhanov – Dominguez remis
Tja und auch diese Partie kann den Puls nicht beschleunigen – im Gegenteil, die Spieler ‚quälen‘ sich ‚elend lange‘ durch ein ‚totes Läuferendspiel‘.

Gelfand – Wang 1-0
Im Mittelspiel kann Gelfand einen Bauern ‚erwischen‘, den er bis ins Turmendspiel ‚durchbringt‘. Na ja, aber Turmendspiele sind ja bekanntlich immer remis 😉  – so wohl auch dieses… – als es plötzlich zur Katastrophe kommt…

Grischuk – Mamedyarov 1-0
Den zweiten vollen Punkt in dieser Runde verbucht Alexander Grischuk mit einem sehenswert herausgespielten Sieg:

Ok, dann werfen wir mal einen Blick über den ‚großen Teich‘ und kommen zum Grand Slam von Sao Paulo und Bilbao.

Der Weg zur Turnierseite ist reichlich verworren (für die Live-Übertragung ist eh der ‚Fritzserver‘ zu empfehlen), aber dieser Link könnte vielleicht weiterhelfen.

Was für ein Auftakt – zwei entschiedene Partien bei drei Begegnungen – auf diesem Niveau! Aber im Einzelnen…

1.Runde:

Anand – Vallejo remis
Respekt ‚Paco‘ – gegen den Weltmeister mit Schwarz ‚locker‘ Remis zu halten, das muss man erst einmal schaffen.

Aronian – Karjakin 1-0
Nun aber zum ersten ‚Knaller‘ – Levon Aronian ‚zerlegt‘ Sergei Karjakin – ja, man muss es so drastisch sagen… 😉

Caruana – Carlsen 1-0
Ein Drama in 90 Zügen! Der Weltranglistenerste Magnus Carlsen will den ganzen Punkt, um jeden Preis. Mit seinem unbändigen Siegeswillen versucht er ‚Stunde um Stunde‘, ‚Zug um Zug‘, aus einem sehr ‚remislichen Turm-, Läuferendspiel‘  irgendetwas ‚heraus zu quetschen‘. Ja, und in der Tat – es gelingt! Doch just in diesem Augenblick greift er fehl und wird ‚ausgekontert‘.

Tag 319 – London calling… – Round 1-3


So – drei Runden sind beim FIDE Grand Prix in London absolviert, wollen wir doch mal ein bißchen den Blick über die Partien schweifen lassen…

 

Hier erst einmal der Zwischenstand nach drei Runden:

 

Runde 1:

Kasimdzhanov – Leko remis
‚Eröffnungstheoretisch‘ verläuft die Partie recht interessant – die ‚Berliner Variante im Spanier‘ in ‚leicht abgewandelter Form‘.  Kasimdzhanov opfert einen Bauern für Initiative – Leko muss, um diese abzuschütteln, vorübergehend eine Figur geben. Doch alsbald wird das Materialgleichgewicht wieder hergestellt und das Remis vereinbart.

Topalov – Grischuk remis
Hier kommt erst in der Zeinotphase etwas Spannung auf, als Topalov eine ‚handvoll‘ Bauern opfert, um den deplatzierten Springer Grischuks zu erobern. Na ja, Grischuk erhält immerhin vier Bauern für die Figur – und so endet auch diese Partie remis, als Topalov mit einer ‚Druckstellung‘ gegen die schwarze Königsstellung dagegenhält.

Dominguez – Giri remis
Schnell geht die Partie in ein ’schwerblütiges‘ Schwerfigurenendspiel (eben ’schwer‘) über. Zunächst scheint Dominguez leicht die Oberhand zu haben, aber Giri ‚löst‘ sich und kann sogar einen Freibauern sein eigen nennen. Doch im Doppelturmendspiel blockiert Dominguez diesen aber zuverlässig – somit remis. Trotzdem – zum Warmwerden ein kleiner Spaß – warum nimmt der weiße König in der Schlußstellung eigentlich nicht den Bauern? 😉

Mamedyarov – Ivanchuk remis
Eine ‚Seeschlange‘ – ohne wirklich spannend zu sein. In der Zeitnotphase geht Ivanchuk irgendwie ein Bauer verlustig und die Kontrahenten landen alsbald in einem Springerendspiel. Hier ‚quält‘ Mamedyarov seinen Gegner 70 (!) Züge lang, um letztlich doch, wohl zähneknirschend, ins Remis einzuwilligen.

Wang – Adams remis
Und auch hier kämpft Adams mit einem Bauern mehr in einem Turmendspiel vergeblich um den vollen Punkt. Was die Partie dennoch ‚veröffentlichwert‘ macht, ist die Verteidigungsidee Wangs, die man sich unbedingt merken sollte.

Nakamura – Gelfand 0-1
Einen ‚Big Point‘ setzt Vizeweltmeister Boris Gelfand mit seinem Schwarzsieg gegen Hikaru Nakamura – und das mit einer wirklich starken Endspielleistung:

2.Runde:

Giri – Wang remis
Nix los – abgehakt… 😉

Gelfand – Topalov remis
Auch hier will keine recht Spannung aufkommen…

Grischuk – Dominguez remis
Hier mühen sich die Kontrahenten doch weitaus mehr – ganze 74 Züge lang!
Zunächst opfert Grischuk für Druckspiel einen Bauern, den Dominguez alsbald wieder abgibt und eine ausgegelichene Stellung erhält. Grischuk zeigt sich kämpferisch, setzt nach und kann einen schönen Freibauern auf der siebten Reihe platzieren. Die Blockade von Dominguez erweist sich aber als undurchdringlich und nachfolgend begeht Grischuk einen schmalen Grat und scheint beinahe zu ‚überziehen‘. Letztlich ‚pendelt‘ sich die Partie in einem Turmendspiel mit Remis ein.

Adams – Mamedyarov remis
Einmal mehr bestätigt ‚Sharky‘ Mamedyarov seinen Ruf als ‚Spieler ohne Furcht und Tadel‘ und opfert im Mittelspiel völlig überraschend einen ‚ganzen‘ Turm, um den König von Adams auf gefährliches Terrain zu führen – nun, man sehe und staune…

Kasimdzhanov – Nakamura 0-1
Nakamura ‚rehabilitiert‘ sich für seine Vorrundenniederlage – in seiner ganz typischen Weise. Lange Zeit ist die Partie ‚objektiv‘ ausgeglichen, doch Nakamura entfacht einen derart verwirrenden Leichtfigurentanz, dass Kasimdzhanov die Übersicht verliert:

Leko – Ivanchuk 1-0
War das eben ein ‚typischer Nakamura‘, folgt nun ein ‚typischer Leko‘. Mit ‚kontrollierter Offensive‘ ins Endspiel – ein, zwei kleine Ungenauigkeiten des Gegners ausnutzend wird ein Bauern gewonnen, der zum Sieg verwertet wird.

3.Runde:

Dominguez – Gelfand remis
Der nächste ‚Kandidat‘, der Boris Gelfands Sveshnikov prüft – ohne Erfolg!

Ivanchuk – Adams remis
‚Abholzung‘ bis zum ‚toten‘ Doppelturmendspiel – gähn, ups… 😉

Wang – Grischuk remis
Nach zwei, drei Ungenauigkeiten Wangs erlangt Grischuk die Initiative, dennoch wäre die Partie wohl kaum weiter erwähnenswert gewesen, hätten nicht plötzlich die ‚Engines wie wild ausgeschlagen’…

Topalov – Kasimdzhanov remis
Eine sehenswerte Neuerung bringt Kasimdzhanov aufs Brett – und ein glänzendes Beispiel dafür in gedrückter Stellung statt quälender, passiver Verteidigung, mittels Opfer und aktivem Gegenspiel zu Ausgleich zu gelangen:

Nakamura – Leko remis
Schach ist schon manchmal sehr ungerecht… – Nakamura besitzt stets eine leichte Initiative und zwingt Leko in ein reichlich ungünstiges Turmendspiel. Sicher verteidigt sich Leko umsichtig, doch Nakamura kämpft und kämpft und – tatsächlich erreicht er eine ‚theoretische‘ Gewinnstellung! Tja, aber eben nur ‚theoretisch‘, denn er lässt Leko doch noch ins Remis entschlüpfen:

Mamedyarov – Giri 1-0
Die erste so richtig spektakuläre Partie – wie ein Tornardo fegt Mamedyarov über Giri hinweg – nach 21 Zügen ist Schluß!

Huch – ganz schön viel geworden… 😉

Tag 315 – Vorfreuden

So – meld‘ mich ‚mal zurück mit dem Hinweis auf zwei bevorstehende ‚Super-Turniere‘!

Ehrlich gesagt, hab‘ ich nicht so recht verstanden, warum wer für was berechtigt ist und für was wer sich qualifizieren kann, ist letztlich aber auch egal, oder…!? 😉

Da haben wir nämlich zum einem den FIDE Grand Prix in London, der vom 21.09. – 03.10. mit folgendem Teilnehmerfeld ausgetragen wird:

Das ist wahrlich schon nicht schlecht, doch noch einen ‚Tick‘ besser ist das Chess Masters Final Sao Paulo / Bilbao besetzt, das vom 24.09. – 29.09. in Sao Paulo und vom 08.10. – 13.10. in Bilbao stattfindet – Teilnehmerfeld:

Hört sich doch gut an, oder!? Mal schauen, ob ich zur ein oder anderen Analyse komme… 🙂

Tag 304 – Olympia XI


Ok, der Count-Down läuft – letzte Runde bei der Schacholympiade in Istanbul – und heute bereits um 10.00 Uhr.

Aus dem Vierkampf an der Spitze, ist bei den Herren nach der Niederlage der USA nun ein Dreikampf zwischen China, Armenien und Russland geworden. Und die deutsche Mannschaft wird (hoffentlich) ein gehöriges Wörtchen um die Medaillen mitsprechen – vielleicht nicht gerade als Anwärter, dafür reicht die Punktezahl wohl nicht aus, aber sie trifft auf Russland.

‚Normalerweise‘ eine klare Angelegenheit für die Nummer 1 der Setzliste, aber was ist schon normal in der letzten Runde einer Olympiade, wo es um alles geht? Und hierin besteht die ‚klitzekleine‘ Chance unseres Team – Russland muss gewinnen, um das so sehnsüchtig angestrebte Ziel zu erreichen – den Titel, nichts anderes zählt für sie.

Vielleicht müssen die russischen Spieler ‚überziehen‘, wenn es vom Ergebnis her knapp werden sollte  – ja, und dann ‚knallhart‘ den Konter setzen! Ich gebe zu, dass diese ‚Strategie‘ mehr Wunsch als ‚Wirklichkeit‘ ist – aber wer weiß…?

Auch auf unser Damenteam wartet mit der Ukraine eine sehr große Herausforderung – doch da es für die ukrainischen Spielerinnen ebenfalls noch um die Medaillen geht, kann man natürlich ‚theoretisch‘ die gleiche Strategie wie bei den Herren ableiten.

Auf geht’s – lange mithalten, Gegner verunsichern und auskontern!

Mein heutiger Tipp für die 11.Runde:
Herren: Deutschland –  Russland 2,0:2,0
Damen: Deutschland – Ukraine 2,0:2,0

Update:

Es hat leider doch nicht ganz gereicht, denn sowohl Russland bei den Herren (1:3), wie auch die Ukraine bei den Damen (0,5:3,5) waren dann doch eine Nummer zu groß für unsere deutschen Mannschaften.

Tja, es ist schon irgendwie tragisch – trotz des relativ klaren Sieges für Russland, hat es wieder ’nur‘ zur Silbermedaille gereicht, denn nach Wertung wird Armenien hauchdünn Olympiasieger – Gratulation. Was für Riesenerfolg für so ein kleines Land! Die Bronzemedaille schnappte sich die Ukraine mit einem unerwartet klaren Gewinn gegen China, die damit gänzlich aus den Medaillenrängen fielen.

Bei den Damen siegte wie vor zwei Jahren Russland vor China – die Bronzemedaille ging hier ebenfalls an die Ukraine.

Zum Abschneiden der deutschen Mannschaften:
Tja, das ‚Schweizer System‘ ist bei einer Niederlage in der letzten Runde ziemlich gnadenlos, denn so zogen an ‚unseren‘ Herren doch noch einige Mannschaften mit dem ‚Schweizer Fahrstuhl‘ etwas ‚ungerechtfertigt‘ vorbei, denn der 12.Platz spiegelt nicht annähernd die Leistungsstärke unseres Teams wider, die stets klar unter den Top-Ten agierte (meistens zwischen Rang 3 bis 7).

Als kleiner Trost kann aber die Bronzemedaille von Daniel Fridman verbucht werden – ihm gelang trotz seiner Endrundenniederlage mit 7,0 Punkten aus 10 Partien und einer Performance von ausgezeichneten 2722 ELO der dritte Platz in der Brettpreiswertung.

Als Fazit könnte man es so zusammenfassen: Die deutsche Herrenmannschaft spielte ein gutes, bis sehr gutes Turnier, leider kein Überragendes, wie bei der Europameisterschaft.

Der deutschen Damenmannschaft kann man ebenfalls ein gutes Abschneiden bescheinigen. Nach einem etwas wechselhaftem, teils ungünstiger Auslosung geschuldeten, Beginn, legte sie einen sagenhaften Zwischenspurt von 4 Siegen in Folge hin und wurde nur in der letzten Runde von den starken Ukrainerinnen gestoppt. Und so entspricht der letztlich erreichte 11.Rang in etwa dem Leistungsvermögen.

So, das war’s – hoffentlich hat es euch genausoviel Spaß gemacht wie mir ‚mit zu fiebern’… – bis die Tage… 😉

Tag 302 – Olympia X


Vorletzte Runde bei der Schacholympiade in Istanbul – und die Spannung ist kaum zu überbieten, da mit China, Russland, Armenien und USA gleich vier Teams punktgleich die Tabelle anführen.

Wer hätte gedacht, dass zu diesem Zeitpunkt die Spitzenpaarung China – USA lauten würde…?

‚Unsere‘ Herren, weiter in ‚Lauerstellung‘, treffen heute auf die sehr kompakte Mannschaft aus Weißrussland um das starke Großmeisterbrüderpaar Zhigalko (da war doch was – Sergei Zhigalko / Andrey Zhigalko) . Nach einem miserablem Turnierstart, u.a. mit einer Niederlage gegen Peru, ist das weißrussische Team immer besser in Schwung gekommen und hat sich durch zuletzt 4 Siege in Folge bis auf den 14. Rang ‚vorgearbeitet‘.

Vorsicht ist also geboten, doch die generelle Frage lautet natürlich – wie hat unsere Mannschaft die gestrige, deprimierende Niederlage verkraftet…?

Die deutsche Damenmannschaft, die ihre letzten drei Begegnungen siegreich gestalten konnte und wieder auf Platz 13 vorgerückt ist, hat mit Spanien heute einen etwa ebenbürtigen Gegner zugelost bekommen – das wird wieder eine ‚Zitterpartie’…

Mein heutiger Tipp für die 10.Runde:
Herren: Deutschland –  Weißrussland 2,5:1,5
Damen: Deutschland – Spanien 2,5:1,5

Update:

So – ausgleichende Gerechtigkeit! Das Pech war aber auch wirklich aufgebraucht…

Jan ‚Gusti‘ Gustafsson schafft ein kleines ‚Springerendspielwunder‘ und sichert hauchdünn den 2,5:1,5 Mannschaftssieg gegen Weißrussland, womit unser Herrenteam wieder auf einen ausgezeichneten 7.Platz vorrückt.

Unsere Damen schaffen tatsächlich den 4. Sieg in Folge und liegen nun auf einem tollen 6.Rang! Mit 3:1 wird Spanien überraschend deutlich geschlagen – ok, zugegeben, schaut man sich die Partien genauer an, ist es erneut Marta Michna, die ihr Glück aufs äußerste strapaziert. 😉

Morgen ist Pause und am Sonntag folgt der ‚Show-Down‘!
China, Armenien oder Russland bei den Herren und China, Russland oder Ukraine bei den Damen – wer macht das Rennen? Oder ‚rutscht‘ gar noch eine ‚andere‘ Mannschaft in die Medaillen…?

Na ja, die Partie des Tages war natürlich nicht schwer auszumachen…

Tag 301 – Olympia IX


Neunte und somit drittletzte Runde bei der Schacholympiade in Istanbul – Russland setzt sich nach seinen gestrigen knappen und ein wenig glücklichen 2,5:1,5 Sieg gegen die Ukraine mit nunmehr 2 Punkten ab.

 

Hier der, auch aus deutscher Sicht, sehr erfreuliche Zwischenstand:

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