Tag 2654 – Et is noch eenmol jood jejange…

Verbandsmannschaftsmeisterschaft – 6.Runde:

Brett Siegen Bergneustadt/Derschlag 4,0:4,0
1 FM Schischke (2171) Stümer (2005) 1-0
2 Bouillon (2089) Chlechowitz (2118) remis
3 Richter (2026) Michalik (1988) remis
4 Schmidt (1915) Wang (1965) remis
5 Gühne (1950) Linnenborn (1865) 1-0
6 Scholl (2119) Heitmann (1931) remis
7 Lindner (1867) Kaczmarek (2037) 0-1
8 Besser, A (1874) Blab (1946) 0-1

Puh, das war knapp! Zum ersten Mal in dieser Saison kommen wir so richtig ins Wanken und nur Andres‘ unbändigem Kampfgeist, sowie einer gehörigen Portion Glück haben wir es zu verdanken, dass es in Siegen überhaupt ein Pünktchen wurde – aber der Reihe nach…

+++ 12:30 Uhr – auf dem Weg zum Bahnhof Gummersbach +++
Christofs‘ lang geplante ‚DSAM-Hamburg‘-Reise und damit seinen Ausfall, versuchen wir mit unserem Edeljoker Maciek zu kompensieren.

Nachdem er seinem Bruder tags zuvor beim Heimsieg von Fortuna Köln bereits Glück gebracht hatte, ging es für ihn nun also weiter Richtung Gummersbach.

Und meine erste bange Frage: „Klappt das mit der Pünktlichkeit…?“

+++ 12:40 Uhr – Bahnhof Gummersbach +++
Well done Deutsche Bahn! Auf die Sekunde genau… – geht doch…!  😉

+++ 12:45 Uhr – Fahrt zum Eckenhagener Hof +++
Freudige Begrüßung – und Mensch wie die Zeit vergeht. Als kleiner, schüchterner Junge begann Maciek zusammen mit seiner Zwillingsschwester Maria einst bei uns in der Schachjugend – und jetzt? Schule fertig, Studium fertig, steht er ‚fett‘ im Berufsleben… – und gut Schach spielen kann er nebenbei immer noch… – that’s life!

+++ 13:00 Uhr – Treffpunkt Eckenhagener +++
So – schnell noch Friedhelm und Sebastian eingeladen und los geht’s.

+++ Auf der Fahrt nach Siegen +++
Was für ein Sauwetter heute, gar nicht so einfach zu fahren. Aber wir haben Zeit genug, was meinem bedächtigen Fahrstil entgegenkommt.

Thema ist gar nicht so sehr Schach, sondern – Sprachen! Und damit geht es um die ganze Welt – von Chinesisch über Hebräisch nach Esperanto. Und der Laie staunt…

+++ 13:35 Uhr – Blue-Box Siegen +++
Sehr zeitige Ankunft – auch mal schön. Die Örtlichkeiten hier verbinde ich eher mit gemischten Gefühlen, was ausschließlich schachliche Gründe hat. Meist waren es knappe, spannende Mannschaftskämpfe, aber oft haben wir dabei auch eins auf die ‚Mütze‘ bekommen – ganz zu schweigen von meinen teils desaströsen Duellen gegen Reinhard Schischke. Menschen mit Schadenfreude empfehle ich hierfür das Archiv. Nur gut, dass ich inzwischen nicht mehr an Eins spiele – ich alter Feigling! 😉

+++ kurz vor 14:00 Uhr +++
Die Aufstellungen werden verlesen… – ja, zu unserer Aufstellung – Christofs Ausfall war lange klar, aber kurzfristig musste auch Ekkehart absagen und es entbrannte daraufhin eine rege Diskussion: Wählen wir nun die ‚Ennepe-Variante‘ und lassen Brett 1 frei (sorry Christof…) oder rutschen alle auf und wir ergänzen Brett 8? Und wenn ja, mit wem? Keine einfache Entscheidung – und wie man’s macht…? Letztlich erbarmt sich Ludwig unser – eine gute Wahl…

Mit der Bekanntgabe der Bretter seitens Siegens Käpt’n Torsten Lindner, erfolgt auch die Ankündigung, dass es wegen einer Parallelveranstaltung, eines ‚Antiaggressionstrainings‘, eventuell zu Störungen kommen könnte. Hm, nicht dass der ein oder andere Schachspieler nach seiner ‚vergurkten‘ Partie da teilnehmen muss…? 😉

+++ 14:00 +++
Startschuss… – aber wo bleibt Guido? Ach nö, nicht schon wieder…

+++ 14:10 +++
Ok, jetzt hat es auch Guido geschafft.

+++ gegen 16:30 Uhr – Zwischenstand: 0,5-0,5 +++
Brett 6: Eckard Scholl (2119) – Sebastian Heitmann (1931) remis
Supersolides Remis von Sebastian – zwar verliert er seinen 100%-Nimbus, aber mit Schwarz gegen einen 2100er, das kann sich sehen lassen.

+++ gegen 17:00 Uhr – Zwischenstand: 0,5-1,5 +++
Brett 5: Guido Linnenborn (1865) – Otfried Gühne (1850) 0-1
Murphys Gesetz schlägt bei Guido heute voll zu, denn seine vorherige Irrfahrt setzt sich auf dem Brett fort. Früh gibt er einen Bauern, aber eine Kompensation lässt sich nur schwerlich aggregieren. Als sich Guido anschließend noch verzettelt, wird er knallhart ausgekontert. Es gibt da so Tage…

+++ gegen 17:30 Uhr – Zwischenstand: 1-2 +++
Brett 2: Christian Bouillon (2089) – Frank Chlechowitz (2118) remis
Und dann bin ich schon an der Reihe – eine zwar kurze, aber sehr intensive Partie – leider wird mein so selten aufblitzender Mut nur zum Teil belohnt…

+++ gegen 17 :40 Uhr – Zwischenstand: 1-3 +++
Brett 1: Paul Stümer (2005) – FM Reinhard Schischke (2171) 0-1
Nachdem Paul ein, zwei interessante Möglichkeiten ausgelassen hatte, wird die Partie ein ziemlich trauriges ‚Spiel auf ein Tor‘. Bereits nach 20 Züge steht er in einer positionellen Ruine. Klar, sowas lässt sich ein so erfahrener Spieler wie Reinhard Schischke nicht mehr nehmen.

Sehr bitter, 1-3 und die zweite Weißniederlage – das wird schwer…

+++ gegen 17:50 Uhr – Zwischenstand: 1,5–3,5 +++
Brett 3: Friedhelm Michalik (1988) – Gerald Richter (2026) remis
Leider kann auch Friedhelm dem ‚knochentrockenen‘ Strategiespiel seines Gegenübers Gerald Richter nichts Gewinnbringendes entlocken. Zwar versucht Friedhelm im Endspiel noch einiges, aber die ungleichfarbigen Läufer bieten einfach zu viel Remispotential.

+++ gegen 18:00 Uhr – Zwischenstand: 2,5-3,5 +++
Brett 8: Axel Besser (1874) – Ludwig Blab (1946) 0-1
Die Aufholjagd beginnt!
Früh greift sich Ludwig einen Bauern, den er hartnäckig verteidigt. Das Mittelspielgeplänkel übersteht er unbeschadet und verleibt sich mutig einen zweiten Bauern ein. Als Kontrahent Axel Besser im Dame-Leichtfigurenendspiel ein Dauerschach übersieht, entfleucht Ludwigs König und sein Freibauer wird zum Winner.

++ gegen 18:20 Uhr – Zwischenstand: 3,5-3,5 +++
Brett 7: Maciek Kaczmarek (2037) – Torsten Lindner (1867) 1-0
Und auch der zweite Joker sticht – Maciek schafft den Ausgleich!

Im Mittelspiel kann sich Maciek ein kleines positionelles Plus erarbeiten, sein schlechtes Zeitmanagement treibt uns hingegen Schweißperlen auf die Stirn. Doch plötzlich kommt ihm sein Gegner wohlwollend‘ entgegen – Maciek gewinnt einen Bauern für ‚Nichts, allerdings gestaltet sich die Verwertung mit der knappen Bedenkzeit im Nacken schwieriger als gedacht (oder war es doch die etwas mangelnde Spielpraxis?) und Torsten Lindner wehrt sich nach Kräften. Da wäre noch ein hartes Stück Arbeit auf Maciek zugekommen, als sich Lindner mit einem unnötigen Qualitätsopfer ‚verzockt‘ und Maciek schnell gewinnt. Gratulacja Maciek!

+++ gegen 19:45 Uhr – Endstand: 4-4 +++
Brett 4: Matthias Schmidt (1915) – Andre Wang (1965) remis
Alles hängt nun an Andre – und es sieht düster aus…

Die erste Angriffswelle übersteht Andre noch gut, aber ein unbedachter Bauernzug kostet ihn eine glatte Qualität. Eigentlich ist er danach ‚mausetot‘, doch gelingt es ihm, seinen Gegner Matthias Schmidt immer wieder zu beschäftigen. Die Damen werden getauscht, aber auch im Endspiel geht die Achterbahnfahrt weiter – kaum hegen wir Hoffnung, dass Andres‘ Springer den ‚Laden‘ vielleicht ‚dichthalten‘ könnte, schon schafft es Schmidt wieder eine Flanke aufzureißen und die Türme durchs gegnerische Lager wirbeln zu lassen – und wieder ist es ‚zappenduster‘…

Doch es geht weiter – Andre entkommt etwas glücklich einem Mattnetz und kann sich tatsächlich etwas befreien – klar, die Partie ist objektiv immer noch verloren, aber am Brett ist das eben nicht so einfach…

Dann plötzlich fügt sich doch noch alles zum Guten – Schmidt reißt der Geduldsfaden, er gibt die Qualität zurück im festen Glauben, das ‚reine‘ Turmendspiel gewinnen zu können. Ok, mag sein, dass er mit seiner Stellungseinschätzung an sich im Recht ist, aber in Zeitnot, in die Schmidt inzwischen hineingeschlittert ist, sind die hohen technischen Hürden einfach nicht zu meistern – Andre tauscht die Bauern runter und schnappt sich das Remis – was für eine aufregende Partie!

Ein ungemein wichtiges Happy End – nicht nur fürs Punktekonto, nein vor allem für die Moral!
Und da Ennepe gegen Velmede gewonnen hat, bleiben wir weiter mit zwei Zählern Vorsprung an der Tabellenspitze – bei nur noch drei verbleibenden Runden, soweit, so gut.

Aber unsere kommenden Gegner haben es in sich, alle kämpfen noch um den Aufstieg – das wird nicht einfach, we try our best!

Übrigens, eine Serie hat auf jeden Fall gehalten – mit Maciek haben wir noch nie einen Mannschaftskampf verloren! Da stellt sich doch die Frage: „He, Maciek hast Du nicht noch ein paar Urlaubstage übrig…? So um den 10.März und den 07.April und den 05.Mai…?“ 😉

Do zobaczenia wkrótce… 😎

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.