Tag 1421 – FIDE World Cup – Finale

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FIDE World Chess Cup in Baku
10.09.-04.10.2015
Finale

 

Sergey Karjakin heißt der Sieger des World Cups in Baku – aber was war das für ein Krimi – 10 Partien – kein Remis! Die Entscheidung fiel erst ‚im Blitzen‘, nachdem doch schon alles längst gelaufen zu sein schien…

Gewiß ist Peter Svidler seit nunmehr Jahrzehnten einer der besten Spieler der Welt und ohne seine zahlreichen sportlichen Erfolge schmälern zu wollen, irgendwie umgibt ihn aber stets auch die ‚Aura‘ des, will nicht sagen ’schlampigen‘, aber zumindest ’sehr genügsamen‘ Genies.

Sein Finaldrama gegen Karjakin hätte dies kaum eindrucksvoller demonstrieren können… – dabei begann alles so verheißungsvoll…

Karjakin zeigt sich von dieser schlimmen Niederlage noch nicht erholt und ‚patzt’…

2:0 – Svidler hat Weiß und braucht nur noch einen ‚Halben aus Zwei‘ – wer hätte hier auch noch einen Cent auf Karjakin gesetzt? Kaum einer – doch dann schlich er sich wieder ein – dieser ‚Schlendrian‘…

Und Karjakin gleicht tatsächlich aus! Dieses Mal scheint Svidler aus dem ‚Gleichgewicht‘ geraten zu sein – ziemlich ‚kraftlos‘ verliert er ein ‚remisliches‘ Endspiel.

2:2 – die ’schnellen‘ Partien müssen entscheiden…

Natürlich schickt es sich nicht, Schnell- und Blitzpartien zu analysieren, dennoch hat es für uns Amateure doch etwas sehr Tröstliches zu wissen, dass auch den ‚Superprofis‘ gehörig die Nerven ‚flattern‘. 😉

Svidler versucht seinen ‚Gemütszustand‘ mit einer ruhigen Partie zu ‚konsolidieren‘ – baldiges Remis durch ungleichfarbige Läufer…? Nix da – Karjakin mit ‚vorbildlicher‘ Technik erringt den Sieg!

Trotz dieses ‚doppelten Nackenschlags‘ – Comeback von Peter Svidler!

3:3 – der Kampf geht weiter, die Zeit wird ‚kürzer‘ (10 Minuten)…

Karjakin misslingt die Eröffnung völlig – leichter Sieg für Peter Svidler…

Jetzt aber – 4:3 und Weiß, das muss doch reichen, oder!? Unglaublich, aber dieses Mal geht Svidlers Eröffnungskonzept überhaupt nicht auf – 4:4 – wieder Ausgleich!

Jetzt wird also geblitzt – die große körperliche und geistige Müdigkeit ‚treibt‘ nun gar ’seltsame Blüten’…

Auweia – ein glatter Turmeinsteller in besserer Stellung!

Nach dieser Partie entbrannte im Netz eine lebhafte Diskussion über die Sinnhaftigkeit des Turnierformats. Klar, ist diese ‚Action‘ mit Schnell- und Blitzpartien ‚zeitgemäß‘ und bringt ja auch jede Menge Spannung mit sich, aber für Schachästheten ist diese ‚provozierte Patzerei‘ natürlich ein Graus.

4:5 – Sivdler ist sichtlich bemüht, kann aber nicht mehr genug Energie ‚zusammenkratzen’…

6:4 für Karjakin – die Entscheidung ist gefallen!

Wer nach so einem gleichfalls kräfteraubenden wie nervenzehrenden Turnier ganz oben steht, ist zweifellos ein würdiger Sieger, aber Sergey Karjakin wird diesen Erfolg sicherlich auch mit einem schelmischen Lächeln quittieren. 😉

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