Tag 1602 – NRW-Jugendeinzelmeisterschaft in Kranenburg

nrw-meisterschaft-kranenburg-01a-LogoNRW-Jugendeinzelmeisterschaft 
Kranenburg
28.03. – 02.04.2016

 

Hm, eigentlich hatte ich ja noch vor, von den letzten beiden dramatischen Runden des Kandidatenturniers zu berichten, doch plötzlich war ich vollkommen von der ‚Außenwelt‘ abgeschnitten. Warum? Nun ja, das hatte mit ‚unserem Ausflug‘ zur NRW Jugendeinzelmeisterschaft in Kranenburg zu tun, doch dazu etwas später mehr…

Mit einem Nachbericht aus Moskau will ich jetzt auch nicht langweilen – Fabiano Caruana hat leider zu viele Chancen liegen gelassen, in seiner Letztrundenpartie mit Schwarz alles versucht und ist gescheitert. Der verdiente Herausforderer von Magnus Carlsen ist Sergey Karjakin. Seinen Chancen Carlsen als Weltmeister abzulösen, halte ich nach wie vor für gering, hoffentlich werde ich eines Besseren belehrt, damit es ein halbwegs spannender Wettkampf wird…

Ok, wie bekommt man jetzt eigentlich den Schwenk ‚von den Wipfeln des Weltschachs‘ aus Moskau zur NRW-JEM mit Ophelia und Max ins beschauliche Kranenburg hin? Ach was, ich leg‘ einfach ‚mal los… 😉 

Ostermontag
Um allen ‚Stau-Eventualitäten‘ aus dem Weg zu gehen, starten wir recht früh und kommen nach ungefähr zwei Stunden Fahrzeit problemlos ans Ziel. Es geht noch durch Kranenburg und folgenden Waldweg hinauf… – aha…

nrw-meisterschaft-kranenburg-01b-Anfahrt

Doch – wir sind richtig und werden per großem Banner gebührend empfangen

nrw-meisterschaft-kranenburg-02a-Begruessung

So, wird sind also da – dann machen wir uns mal mit den wichtigsten Örtlichkeiten vertraut

nrw-meisterschaft-kranenburg-02b-Schach-rockt

Schnell mal anmelden und dann im Zimmer einrichten – puh, ganz schön eng und der Versuch das Bett zu beziehen…

nrw-meisterschaft-kranenburg-03-Zimmer

Doch, doch die Zimmer sind ganz ok – da wir den ‚Luxus‘ haben, die insgesamt ca. 20 qm (wohlgemerkt inklusiv Bad) zu zweit statt zu sechst (!) in Anspruch nehmen zu dürfen! Nochmals danke an dieser Stelle, dass alles noch geklappt hat!

Und hier noch ein Foto, der 1 qm Nasszelle – Vorsicht, bitte Stillstehen und keine hektischen Bewegungen, sonst reißt’s die Verkleidung runter… 😉

nrw-meisterschaft-kranenburg-04-Dusche

Ok, als ‚alter Camper‘ kommt man mit solchen Kleinigkeiten schnell zurecht, aber doch nicht ohne Internet!! Ah Hilfe!! 😯
Wie gesagt, die Jugendherberge ist mitten im Wald und dementsprechend schwach ist die Verbindung und da das Organisationsteam zur Durchführung des Turniers die ‚volle Leistungsstärke‘ des Netzes braucht, guckt ‚der Rest‘ in die ‚Röhre‘ – oder eben nicht… – was für eine Folter – fast eine Woche ‚Hardcore Technikfasten‘!! 😉

Nach diesem ‚Schock‘, jetzt aber erst einmal ab zum Mittagessen…

Bye the way – die Mittagsessen sind durchweg lecker gewesen, zu beachten war lediglich die Pünktlichkeit, so konnte es passieren, dass man mit leichter Verspätung aufgrund präziser ‚Mahlzeitenkalkulationen‘ auch mal ohne Kartoffeln oder Nachtisch auskommen musste. 😉

Frisch gestärkt machen wir uns auf zum Spielsaal – zunächst noch leer…

nrw-meisterschaft-kranenburg-06a-Turniersaal

…aber kurz vor den Runden immer proppenvoll…

nrw-meisterschaft-kranenburg-06b-Turniersaal

Die einzelnen Spieltage laufen dann nach folgendem ‚Ritual‘ ab:

Für 20 Minuten muss der Spielsaal verlassen werden (lästig, aber vernünftig), dann schnell hinein – wie ist die Eröffnung verlaufen? – war die Vorbereitung ok? – prüfen und abwägen – zwischendurch zum Analyseraum und blitzen mit Rahim und Norbert und wieder ab zum Spielsaal.

Das wurde in den nächsten Tagen dann zu einer ‚liebgewonnenen‘ Gewohnheit, wenngleich man als Vater und Betreuer auch ganz schön mit seinen ‚Schützlingen‘ mitleidet – von Zug zu Zug kann es da leicht zu einer ‚Achterbahnfahrt der Gefühle‘ kommen…

Anschließend – je nach Ergebnis – aufbauen, loben, motivieren, auf den nächsten Gegner vorbereiten und möglichst früh schlafen gehen (was eher nicht geklappt hat…)

Die Nächte waren ok, aber leider viel zu kurz! Denn die Idylle im Wald hat im Frühling auch so seine Nachteile, wenn z.B. allmorgendlich um ca. 6 Uhr einige Vögel voller Inbrunst ihre Liebesbekundungen hinausschmettern, denkt man sich nach 30 Minuten mit 100 Dezibel Dauerbeschallung: „Mensch, gebt diesem armen Meisenmann doch endlich eine Frau!!“ 😉

Nun aber zum ‚Sportlichen‘!

U12
Für Max war es in der U12 das erste große Turnier und das gegen eine überwiegend 200-400 DWZ-stärkere Gegnerschaft. 2,5 aus 7 sind somit eine gute Leistung und wenn man bedenkt, dass er dabei noch 1,5 Punkte hat liegenlassen (Beispiele folgen)… – hier die Siegerehrung…

nrw-meisterschaft-kranenburg-08-U12-Siegerehrung

U18w
Ganz anders die Vorzeichen bei Ophelia – als ‚erfahrender Hase‘, spielt sie in der U18w stets um die Meisterschaft mit. Leider, leider verliert sie trotz ausgezeichneter Stellung (und sehr guter Vorbereitung) das entscheidende Spiel in Runde 6 gegen die spätere Siegerin Anna Döpper. Doch rappelt sie sich wieder auf und knetet ihre Letztrundenpartie zum vollen Punkt – 4,5 Punkte, 3.Platz und ein schöner Pokal – zur ‚Deutschen‘ kommen bedauerlicherweise aber nur die ersten Beiden, aber vielleicht klappt’s ja noch ‚irgendwie‘…

nrw-meisterschaft-kranenburg-09-U18w-Siegerehrung

Es war wirklich ein tolles Turnier und somit ein Riesenlob an das gesamte Organisationsteam – knapp 200 Kinder und Jugendliche (ebenso übereifrige Eltern und Betreuer) im Zaum und bei Laune zu halten, das ist schon eine Leistung! Neben der Turnierorganisation, wurde zudem ein umfangreiches Rahmenprogramm angeboten – hier mal ein Auszug: tägliches Patzblatt, Bullet-, Blitz-, Tandem-, Chess-Total-, Tischtennis-, Fußballturnier (übrigens 2.Platz für das Betreuerteam!), Schach-Trainingseinheiten, Basteln, Nachtwanderung usw.). Und abgesehen davon, mussten sie auch noch als Seelsorger bei Heimweh und Liebeskummer oder als Kammerjäger beim Entfernen unliebsamer Spinnen in den Mädchenzimmern agieren. Respekt!

Ebenso möchte ich an dieser Stelle ein weiteres ‚großes Dankeschön‘ loswerden – ‚unser‘ Delegations- und Kadertrainer Thomas Franke macht wirklich einen klasse Job. Er nimmt sich Zeit für eine profunde Partieanalyse, detaillierte Gegnervorbereitung und gibt moralische Unterstützung. Dabei zieht er nicht mit den ‚Besten‘ und ‚Chancenreichsten davon‘ – nein, bei ihm herrscht Gleichbehandlung und das ist richtig und wichtig!

So, schon wieder ganz schön viel geworden und das immer mit der ‚Unsicherheit‘, ob das hier überhaupt einer liest oder ob es einen interessiert… 😉 – wie auch immer, auch wenn’s schwer wird, wir versuchen im nächsten Jahr in Kranenburg wieder dabei zu sein… – auf jeden Fall gilt das Motto… 😀

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So far… 😉

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