Tag 3022 – Surprise, Surprise…

NRW-Liga-Mannschaftsmeisterschaft – 6.Runde:

Brett Emsdetten Bergneustadt/Derschlag 3,5:4,5
1 IM Kabatianski (2308) Köllner, A (2146) 0-1
2 De Groote (2201) Köllner, C (2096) remis
3 Lehmann (2170) Stümer (2028) remis
4 Hiller (2141) Chlechowitz (2138) remis
5 Paalman (2140) Wang (1992) 0-1
6 Müller (2004) Michalik (2013) remis
7 Lemli (1966) Linnenborn (1860) remis
8 Bielderman (2158) Lemmer (1753) 1-0

Da ist uns doch tatsächlich noch ein Coup in der NRW-Liga gelungen, unglaublich!  🙂

Wie gegen Niederkassel, hat alles gepasst, wieder sind einige über sich hinausgewachsen – Bravo!

Mit dem Sieg verlassen wir sogar die Abstiegsplätze und wir haben – wer hätte vor der Saison davon zu träumen gewagt – sogar reelle Chancen, die Klasse zu halten – zwickt mich mal einer… 😉

Selbst wenn, was ja eher wahrscheinlich ist, wir dennoch absteigen werden, ist uns heute eines gewiss gelungen: Bestätigung!
Niederkassel war kein Zufall, wir sind keine Eintagsfliegen, wir sind kein Fallobst! Und das tut richtig gut!

Zum Tagesverlauf…

+++ 08:10 Uhr – Fahrt Richtung Klaus +++
Ok, unser nachträglicher Sieg überblendet ein wenig die leidlich, mühevolle Ersatzspielersuche im Vorfeld – das ist echt schade und war hoffentlich eine Ausnahme…
Nach langem ‚Hin und Her‘ ‚opfert‘ sich Klaus. Vielen Dank, zumal unsere Vereinskasse somit nicht nochmal unnötig belastet werden muss. Aber mal ehrlich 100,- Euro Strafe trotz fristgerechter Absage, finde ich verdammt happig!  😈

+++ 08:25 Uhr – bei Klaus +++
Klaus eingeladen und ab zum Treffpunkt!

+++ 08:30 Uhr – Treffpunkt Eckenhagener Hof +++
So, alle pünktlich – kurz wird überlegt, ob wir bei 5 Passagieren mit ein oder zwei Autos fahren sollen. Aber bei der Aussicht knapp zwei Stunden ‚sardinenbüchsenmäßig‘ auf der Rückbank eingepfercht verbringen zu müssen, fällt die Entscheidung zugunsten der ‚2-Auto-Variante‘. Sorry Greta!  😉

+++ Auf dem Weg nach Emsdetten +++
Was ein trüber Februartag – Dauernieselregen…
Die Fahrt verläuft sehr ruhig, ist ja auch echt früh – ein bisschen Fachsimpeln über Schach, ein bisschen Fachsimpeln über Fußball und zwischendurch auch eingenickt. Und beim 80er-Klassiker ‚Do you really want to hurt me‘ kommt mir die Frage, wer heute wohl wem ‚wehtun‘ wird…?  😉

+++ gegen 10:10 Uhr in Emsdetten +++
Das ging schneller als gedacht und so nehmen wir Klaus‘ Idee für ein zweites Frühstück bei einer nahgelegenen Bäckerei freudig auf.

+++ gegen 10:30 Uhr Bäckerei Emsdetten +++
Ist zwar echt gemütlich bei Kaffeeduft und Croissant, aber so langsam müssen wir los. Also – frischgestärkt zur ‚Villa Sparkasse‘!

+++ gegen 10:40 Uhr Villa Sparkasse Emsdetten +++
Nach ein bisschen Sucherei finden wir die Villa – wow, der Name ist Programm, das hat schon was Extravagantes.

+++ gegen 10:45 Uhr +++
Alles überaus geräumig hier – jeder hat seinen ausladenden Einzeltisch – nobel, nobel. Da sind wir Schachspieler doch oftmals von ganz anderen sogenannten ‚Spielstätten‘ ‚gepeinigt‘. Wenn ich noch an unsere Heimspiele im ‚Büro für soziale Dienste‘ denke… – ja – dann wären wir wieder bei den Sardinen.  😉

+++ 10:55 Uhr +++
Wie zu erwarten ist Emsdetten nahezu in Bestbesetzung und so rein ‚DWZ-zahlenmäßig‘ ‚müsste‘ dabei ungefähr ein 1:7 herauskommen. Wir sind also mal wieder klarer Außenseiter, aber das sind wir ja eigentlich immer.

+++ 11:00 Uhr +++
Los geht’s!

+++ gegen 14:00 Uhr – Zwischenstand: 0,5-0,5 +++
Brett 4: Simon Hiller (2141) – Frank Chlechowitz (2138) remis
Huch – heute bin ich mal Kurzarbeiter. Na ja, wer, wie ich, mit Schwarz noch zwei Tempi vergeudet, muss sich nicht wundern, alsbald schlechter zu stehen. Mein zaghaftes Remisangebot wird zurecht abgelehnt und das vier Züge spätere Gegenangebot nehme ich dankend an. Ok, nicht mein Tag, aber immerhin den halben Punkt gerettet.

+++ gegen 14:30 Uhr – Zwischenstand: 0,5-1,5 +++
Brett 8: Guy Bielderman (2158) – Klaus Lemmer (1753) 1-0
Hm, so langsam machen sich dann doch die 400 DWZ Punkte Unterschied bemerkbar. Erst büßt Klaus einen Bauern ein, dann die Qualität – da ist nichts mehr zu machen.

+++ gegen 14:45 Uhr – Zwischenstand: 1-2 +++
Brett 3: Paul Stümer (2028) – Holger Lehmann (2170) remis
Erleichterung – Paul legt seine Seuche ab und kommt zu einem supersoliden, sicheren Remis – geht doch…!

+++ gegen 15:00 Uhr – Zwischenstand: 2-2 +++
Brett 5: Andre Wang (1992) – Henk-Jan Paalman (2140)
Und auch Andre mit einem Erfolgserlebnis – er kann seinen ersten Sieg verbuchen und sorgt für den Ausgleich! Game coming soon…

+++ gegen 15:15 Uhr – Zwischenstand: 3-2 +++
Brett 1: Aaron Köllner (2146) – IM Alexander Kabatianski (2308) 1-0
Ganz klar – Man of the Match ist Aaron! Respekt, wie er IM Kabatianski niederringt, ganz große Klasse… – game coming soon…

Die restlichen drei Partien gehen in die ‚ganz lange‘ Verlängerung, doch so langsam macht sich berechtigter Optimismus breit…

+++ gegen 17:00 Uhr – Zwischenstand: 3,5-2,5 +++
Brett 6: Achim Müller (2004) – Friedhelm Michalik (2013) remis
Wechselvolles Spiel bei Friedhelm – schnell geht die Partie in ein kompliziertes Leichtfigurenendspiel über und in den Zeitnotwirren scheint die Stellung für Friedhelm verloren zu sein. Doch es kommt anders – die gefährlichen beidseitigen Freibauern werden eliminiert und eigentlich der ruhige Remishafen angesteuert. Mit Läuferpaar gegen Springer und Läufer kämpft Friedhelm weiter und wird tatsächlich belohnt. Er leiert einen Bauern raus! Tja, jetzt wäre Friedhelm auf der Siegerstraße gewesen, doch eine kleine Unachtsamkeit und sein Vorteil ist wieder dahin – schade. Letztlich wohl aber ein gerechtes Remis.

+++ 17:15 Uhr – Zwischenstand: 4-3 +++
Brett 2: Ewoud De Groote (2201) – Christof Köllner (2096) remis
Puh, da ist das Quäntchen Glück, was wir brauchen!
Christof muss sich eines permanenten Dauerdrucks erwehren und in Zeitnot wird sein König von den gegnerischen Schwerfiguren ins Visier genommen, genauere Analysen stehen noch aus, aber gefühlt sollte seine Stellung zusammenbrechen. Gar wunderlich windet sich Christof aus dem gröbsten Schlamassel und erreicht ein Turmendspiel mit Minusbauern. Und erneut – mit viel Geschick, aber auch einer guten Portion Glück hält Christof den ganz wichtigen halben Punkt fest. Kämpfen lohnt sich!

+++ gegen 18:20 Uhr (!) – Endstand: 4,5-3,5 +++
Brett 7: Guido Linnenborn (1860) – Thomas Lemli (1966) remis
Das ‚Ding‘ ist durch, denn Guido kann bei T+L+B vs. T+L praktisch nicht mehr verlieren!
Berechtigterweise unternimmt er noch Gewinnversuche und landet im klassischen T+L vs. T. und das probiert er dann noch gut eineinhalb Stunden. Sein Gegner ist jedoch (meist) auf der Höhe und so stellt Guido nach über sieben (!) Stunden und gut 140 (!) Zügen seine Bemühungen ein. Viel Spaß bei der Partieneingabe!  😉

Kleine Schiedsrichterfrage am Rande: Müssen die Spieler eigentlich das ‚50-Züge-Remis‘ selber reklamieren und könnte der Schiedsrichter auch ‚irgendwann‘ von sich aus dem Treiben ein Ende setzen…?

+++ gegen 18:30 Uhr – Heimfahrt +++
Der zweite Sieg ist geschafft und reichlich erschöpft treten wir die Heimreise an. Zur großen Partystimmung kommt es jedoch nicht, dafür sind ‚die alten Männer‘ einfach zu müde.  😉

+++ gegen 20:20 Uhr – Eckenhagener Hof +++
Puh, Orkantief Sabine (oder war es Victoria?) hat uns auf der Fahrt ordentlich durchgepustet, doch letztlich kommen wir wohlbehalten an – wieder so ein langer, langer Tag – doch er hat sich gelohnt…

Und so schweifen die Gedanken (oder Träume?) bereits gen Zukunft… – noch so ein großer Fight mit Happy End und wir würden vielleicht das Unmögliche schaffen – den Klassenerhalt! Drei Chancen bleiben…

So far…  😉

4 Gedanken zu „Tag 3022 – Surprise, Surprise…“

  1. Hallo Frank,

    erst einmal Glückwunsch für euren Sieg in Emsdetten!! Gut gemacht!!
    Zu Deiner Frage:

    Nach 50 Zügen (ohne Figurenschlagen oder Bauernzug) kann einer der beiden Spieler Remis beantragen, bei 75 Zügen muss der Schiedsrichter (oder einer der beiden MaFü,s) eingreifen und die Partie für Remis erklären. Bitte die Regeln beachten-erst den Zug, mit dem die 50 Züge erreicht werden, aufschreiben- Zug NICHT ausführen, Uhr anhalten und den Schiedsrichter über den Sachverhalt informieren! -„Hallo Schiri, mit dem von mir aufgeschriebenen Zug erreichen wir die 50 Züge Regelung, mit der Bitte um Überprüfung auf Remis.“
    Also nach 50 Zügen kann einer der Spieler, nach 75 Zügen muss der Schiri!

    Gruß aus Drolshagen
    Andreas

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