Tag 1841 – WM (Tiebreak): Carlsen – Karjakin 9-7

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Schach-Weltmeisterschaft 2016
New York, 11.-30.Nov.
Runde Tiebreak

Carlsen – Karjakin 3-1

Magnus Carlsen bleibt Schachweltmeister!

Im Tiebreak kann der Titelverteidiger zwei der insgesamt vier ausgetragenen Schnellschachpartien für sich entscheiden.

Und alles ist wie gehabt – der Weltmeister ‚rennt an‘ und Herausforderer Sergey Karjakin ‚wehrt‘ ab. Während die erste Partie noch relativ ausgeglichen verläuft, wird in Partie Nummer zwei schon bald klar, dass diese Strategie bei verkürzter Bedenkzeit eine schier unlösbare Aufgabe für Karjakin werden wird.

Zwar entschlüpft er hier um Haaresbreite noch in ein Remis, aber in der dritten Runde setzt sich das aktiv, dynamische Spiel Carlsens dann, in der vielleicht schönsten Partie des gesamten Matches, endgültig durch.

In Partie vier spielt Karjakin anschließend notgedrungen ‚Alles oder Nichts‘ und bekommt – ‚das Nichts‘ – irgendwie schade, hatte der Herausforderer einen doch so großartigen Wettkampf abgeliefert.

Womit wir beim Fazit wären – das ‚Unternehmen Titelverteidigung‘ erwies sich für Carlsen als richtig ‚harte Arbeit‘ – viel härter als es die meisten von uns vorab erwartet hätten. Er selbst offenkundig nicht in Bestform, trifft auf den bestens präparierten ‚Granitblock‘ Karjakin, an dem sich Carlsen bis zur Verzweiflung ‚abarbeitet‘ – irgendwie erinnerte das ganze Szenarium dabei zunehmend an die Rocky-Saga mit Sylvester Stallone.

Und beinahe wäre die Verteidigungsstrategie des Herausforderers sogar von Erfolg gekrönt gewesen. In der achten Partie verliert Carlsen die Geduld und ‚fängt‘ sich einen Konter seitens Karjakin. Eine Sensation scheint sich anzubahnen. Ja, und hätte Karjakin die mögliche Zugwiederholung in der zehnten Partie gesehen, wäre er mit einem Punkt Vorsprung und allen Möglichkeiten in die letzten beiden Begegnungen gegangen. Tja, ‚Hätte, Wenn und Aber‘ helfen nichts, Carlsen gewinnt diese Partie und gleicht aus. Wohl irgendwie die entscheidende Wende und nach zwei weiteren Remis, vertraut der Weltmeister zu recht auf sein überragendes Schnellschachkönnen.

Das wird ihm zwar wenig trösten, aber Karjakin kann zweifellos erhobenen Hauptes ‚die Arena verlassen‘. Als großer Außenseiter gestartet, hat er dem Weltmeister alles abverlangt, seine Chancen bekommen und Carlsen an den Rand einer Niederlage gedrängt – und somit für den spannendsten Weltmeisterschaftskampf seit langem gesorgt.

Es wird nicht einfach, aber vielleicht ‚sieht man sich‘ ja ein zweites Mal… – Rocky hat das auch geschafft – und dann mit Erfolg… 😉

3.Schnellschachpartie

4.Schnellschachpartie

2 Gedanken zu „Tag 1841 – WM (Tiebreak): Carlsen – Karjakin 9-7“

  1. Wirklich toll war der Wettkampf aber dann doch nicht…mir fehlte die Kreativität dort…nur ständig lavieren…oder als Herausforderer schon sowas von devot zu spielen…nun ja… 😉 Mal schauen was wirkliche Experten dazu sagen…was man in Zeitschriften und Büchern lesen wird…und dann ist da Kramnik mit seinen 40+ Jahren…sprüht voller neuer Ideen und riskiert etwas…im „normalen“ Turnierschach jedenfalls…2000 gegen Kasparov sah das ja schon etwas anders aus… 😉

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