Tag 1834 – WM (10): Carlsen – Karjakin 5-5

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Schach-Weltmeisterschaft 2016
New York, 11.-30.Nov.
Runde 10

Carlsen – Karjakin 1-0

Dramatische Kehrtwende im WM-Match!
Titelverteidiger Magnus Carlsen gleicht aus – und ‚die Schachwelt‘ schüttelt ungläubig den Kopf!

Doch was war passiert? Zu Beginn des Mittelspiels trauen die Zuschauer und Kommentatoren ihren Augen nicht. Carlsen erleidet mit seiner Eröffnung ‚Schiffbruch‘ und zieht die ‚Notbremse‘, indem er eine forcierte Remisabwicklung zulässt – oder war es doch nur ein riesengroßer, raffinierter Bluff?

Stößt dies schon auf allgemeines Unverständnis, so setzt Herausforderer Sergey Karjakin noch ‚einen drauf‘ – er verfällt ins Grübeln. Hallo? 1 Punkt mehr, mit Schwarz, dann nur noch zwei Partien, den Titel vor Augen – was gibt es da noch zu überlegen? Man mag es kaum glauben, dass Karjakin diese Möglichkeit entgangen sein könnte – oder vermutete er etwa in den ‚Untiefen des Variantendschungels‘ eine ihm zwar nicht ‚zu Tage förderbare‘, aber wohl vorhandene versteckte Widerlegung?

Nicht nur das – einen Zug später das gleiche Szenarium! Überspitzt gesagt: CARLSEN bietet Remis und KARJAKIN lehnt ab – verkehrte Welt!

Und so nimmt das Unglück für Karjakin seinen Lauf – Carlsen befreit sich und erhält das etwas bessere Endspiel. Wie schon in Partie drei und vier, verpasst der Weltmeister seinem Herausforderer daraufhin eine stundenlange ‚Massage‘. Ja, und dieses Mal zeigt sie Wirkung! Karjakin verlässt die Präzision und Carlsen erhält eine Gewinnstellung. Und dieses Mal lässt er seinen Gegner nicht mehr ‚vom Haken‘ – nein, nicht noch einmal!

Wow – was für eine Partie! Nicht unbedingt hochklassig, aber ungemein spannend.

Nüchtern betrachtet hat Magnus Carlsen jetzt gerade einmal den Ausgleich geschafft – dennoch, Karjakin war so dicht am Ziel… – wird er sich von diesem herben psychologischen Tiefschlag erholen können…?

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